Schnelles Internet für Nahe dank LTE-Technik auf dem Siloturm

Bericht der Segebberger Zeitun vom 16.05.2011 | 15:36 Uhr

Netzbetreiber Vodafone will Funk- und Sendemodul installieren – 10 Kilometer Reichweite
Schnelles Internet für Nahe dank LTE-Technik auf dem Siloturm

Nahe. Seit Jahren bemühen sich die Naher Gemeindevertreter um eine schnellere Internetverbindung für ihr Dorf. Doch bislang scheiterten alle Versuche, ein modernes Glasfasernetz zu bekommen. Nun bahnt sich eine Lösung an, und das ganz ohne Hinzutun der Kommunalpolitik. Schon Ende Juni möchte das Telekommunikationsunternehmen Vodafone auf seinem schon vorhandenen Sendemast auf dem Dach des Siloturms von Hüttmanns „Grünem Warenhaus“ an der Ecke Segeberger Straße/ Mühlenstraße ein neues Modul mit Funktechnologie installieren.

Das so genannte LTE-Modul auf dem Turm soll per Funk im Umkreis von rund zehn Kilometern Datentransfers mit bis zu 50 Megabit pro Sekunde ermöglichen, also mehr als das doppelte der zurzeit in Nahe möglichen Übertragungsgeschwindigkeit per Kabelverbindung. LTE steht für „Long Term Evolution“ und bedeutet übersetzt so viel wie: auf längere Zeit angelegte Weiterentwicklung.

In der ersten Stufe des Ausbaus der neuen LTE-Technik, die die UMTS-Funktechnologie („Universal Mobile Telecommunication System“) ablösen soll, garantiert Vodafone seinen künftigen Kunden zunächst Datentransfers von drei Megabit pro Sekunde beim Herunterladen und 500 Kilobit pro Sekunde beim Heraufladen ins Netz. So dauert beispielsweise der Empfang einer 2 MB großen Bilddatei weniger als eine Sekunde, der Versand der Datei an den E-Mail-Empfänger vier Sekunden.

Mit fortschreitender Bestückung weiterer Funkmasten vorzugsweise in ländlichen Räumen will Vodafone die Übertragungsgeschwindigkeiten langsam erhöhen, wie der Vertriebsbeauftragte des Unternehmens Vodafone, Werner von Rappard aus Hannover, den Gemeindevertretern auf deren jüngster Sitzung erläuterte. Endziel ist, einen Datentransfer von 50 Megabit pro Sekunde zu ermöglichen. Auch die Deutsche Telekom setzt auf LTE-Technik und hat bereits unter anderem einen Funkmast in Henstedt-Ulzburg mit einem dafür ausgerüsteten Modul bestückt.

„Der Ausbau von LTE-Funknetzen ist deutlich günstiger als die Verlegung von Glasfaserkabeln. Bei der LTE-Technik können die bestehenden Funkmasten genutzt werden“, erklärte von Rappard. Der Internetnutzer empfängt die Funksignale über sogenannte Router, die in Fensternähe aufgestellt werden sollen.

Vodafone hat wie die Telekom und auch das Mobilfunkunternehmen O2 im Mai vergangenen Jahres von der Bundesnetzagentur Blöcke des 800-Megahertz-Frequenzbandes gekauft, über die LTE-Funksignale versendet werden können. 3,5 Milliarden Euro brachte die Auktion ein. Zuvor wurde diese Frequenz für den Transport von analogen Fernseh- und Radiodaten genutzt. Mit der Digitalisierung von Fernsehen und Radios wurden diese Frequenzen frei.

Mit dem Verkauf des 800-Megahertz-Frequenzbandes ebnete die Bundesregierung Telekommunikationsanbietern den Weg, um vorzugsweise ländliche Räume mit schnellen Internetverbindungen zu versorgen. Die Bundesregierung verknüpfte den Verkauf der Lizenzen an die künftigen Anbieter mit der Auflage, bis spätestens 2016 mindestens 90 Prozent aller Kommunen mit schnellen LTE-Verbindungen – mindestens zwei Megabit pro Sekunde – zu versorgen.

Glücklich über das in greifbare Nähe gerückte schnelle Internet über Funk ist Nahes Bürgermeister Ortwin Peters. „In den letzten Jahren scheiterten alle Verhandlungen mit Betreibern moderner Glasfasernetze. Sowohl die Oeringer Firma Sacoin als auch Wilhelm.tel.

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